Landstraße in Serbien

Und immer die Kreuze am Straßenrand.
Und immer die Tafeln aus schwarzem Granit mit dem Foto.
Und immer die Kränze und Plastikblumen
für die besoffenen jungen Burschen,
für die besoffenen jungen Burschen.

Weint, ihr Mädchen,
trauert, ihr Mädchen
um die besoffenen jungen Burschen,
die euch nicht mehr zum Tanz ausführen.

The three fairies.

I am in Macedonia again to research about the life of the Roma people here, and today I would like to tell you a story I heard from my friend Aida, who heard it from her grandfather when she was a little girl.
Once there were a man and a woman who already had many children. But one day they had another one. Shortly after that someone knocked at their door late at night. It was a travelling merchant who said he had been looking for an inn but could not find one. He asked for a place to sleep. So they let him sleep in their bedroom while they themselves slept on the floor in the other room. This travelling merchant was very rich and he was afraid for the money he was carrying with him. So he decided not to sleep. He would just rest and stay awake. But this was the third night after the baby had been born. And in the third night always three fairies come to write down the destiny of the newborn baby.
The first one said: “I think it would be best to write down that the child will die after one week.”
“But why?” said the second fairy.
“Look here, the family are so poor, they already have ten children, this one is the eleventh. I think it would be better for them if they did not have to feed another hungry mouth.”
“Oh, but it would be a pity to let such a pretty boy die. Let’s write something different”, the second fairy said.
“Look”, said the third fairy. “Here is a rich man, and just three days ago his wife gave birth to a pretty girl. Let’s write down that the poor boy will meet that girl and they will get married.”
And this they did. Weiterlesen

Kohlrabi

Es war einmal ein Mann, der nannte seine Tochter Kohlrabi.
„Warum denn das?“
Nun ja, er wird schon seine Gründe gehabt haben.
„Welche Gründe denn? Hat sie vielleicht ausgesehen wie ein Kohlrabi?“
Nein, eher wie eine Gurke.
„Warum hat er sie dann nicht Gurke genannt?“
Er hatte schon eine Tochter, die Gurke hieß.
„Und wie hat die ausgesehen? Vielleicht wie ein Kohlrabi?“
Nein, auch wie eine Gurke. Das war Familienähnlichkeit.
„Und der Mann, hat der auch ausgesehen wie eine Gurke?“
Ein bisschen schon, ja.
„Und dann?“
Was dann?
„Was war nun mit der Tochter?“
Mit welcher?
„Na mit der, die der Mann Kohlrabi genannt hat.“
Sie ist gestorben.
„Also eine tragische Geschichte.“
Ich weiß nicht. Ich glaube, sie ist im hohen Alter gestorben.
„Und der Mann?“
Der ist auch gestorben.
„Und die Schwester?“
Die auch.
„Alle sind gestorben?“
Nun ja, Leute sterben eben.
„Was ist denn das für eine Geschichte?“
Das ist diese Geschichte. Hättet ihr was anderes gefragt, hätte ich was anderes erzählt.

Shuto Orizari, Skopje, Mazedonien

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Er hat als Kind damals gehabt ungefähr, zehn, elf Jahr,vor dem Krieg.
Und damals war diese bulgarische Staat angegriffen Mazedonien.
Und das war sehr schwer Leben, Familien fast uberlebt, weil war große Hunger.
Und Frauen, nur Frauen damals, wenn brauchen Mehl, weißtu,
und wenn hat sie diese Mehl gekauft irgendwo,
musste das verstecken diese Mehl,
und Frauen extra hat sie bei dem Bauch gemacht
als schwanger,
Schwangerschaft,
weil die Bulgarien muss nicht sehen das, weil das war gefährlich.
Die Bulgarien hat nix gelassen was zum Essen und sowas,
und Frauen hat angefangen und gelaufen zum was zu suchen,
zum Brot essen, das ganze Familien fast Hunger gewesen,
und muss uberleben, weißtu,
und daswegen Frauen hat sie als Schwangerschaft gemacht,
und das war Mehl, weißtu,
und zu Hause gebracht.

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