Nazi-Coach

Heute bin ich schon recht erschrocken, als ich aus den Augenwinkeln einen Titel auf meinem auf 3sat eingestellten Fernsehschirm sah, der mitteilte, dass die Schweiz Probleme mit ihrem Nazi-Coach hätte. Nachdem ich den Ton aufgedreht hatte, erfuhr ich, dass die Schweizer Nationalmannschaft von den Schweizern liebevoll als „die Nazi“ bezeichnet wird. Die Schweizer meinen’s nicht so, aber seltsam ist es schon, dass sie der Anklang nicht stört. Vielleicht ist es ja auch ein gutes Zeichen?

Sprechen Sie langsam und mit Pausen:

Wohnen Sie, bitte, nicht so schnell!
Unsere Katze war gestern ein bißchen tot.
Meine Tante duftet immer gründlich.
Der alte Großvater hört langsam.
Heringe leben gewaltig.
Mäuse dagegen weniger.
Der Sitzplatz gebührt derjenigen Frau, welche schwangerer ist.
Sie verstehen mich nicht breit genug!
Er singt ungerecht.
Am Montag kann ich nicht wollen.

„Frieden beginnt bei dir selbst“

Es gab einmal eine Stadt, in der die Leute sehr unter Verkehrsstaus litten. Es gab nicht viele Ampeln und ein Grund für die ewigen Staus war dieser: Wenn Autofahrer sich einer Kreuzung näherten und sahen, dass die Kolonne hinter der Kreuzung zum Stillstand kam, dann quetschten sie trotzdem ihr Auto noch auf die Kreuzung, damit sie dann, wenn die Kolonne sich wieder bewegte, nicht vom Querverkehr blockiert werden würden. Auf diese Weise blockierten sie natürlich den Querverkehr. Was dann weiter passierte, ist mit Worten schwer zu erklären. Eine Computeranimation könnte das in einer Minute klar machen. Versuchen wir es trotzdem. Alle Straßen, die sich von Norden nach Süden erstreckten, wurden Straße genannt, und alle, die sich von Westen nach Osten erstreckten Avenue. Sagen wir also, Frau Kumar fährt die 5. Straße entlang nach Norden und nähert sich der Kreuzung 5. Straße und Avenue D. Sie sieht, dass die Kolonne hinter der Kreuzung langsamer wird, aber sie fährt trotzdem in die Kreuzung ein und muss mitten auf ihr stehen bleiben. Auf diese Weise blockiert sie den Verkehr von West nach Ost und von Ost nach West auf Avenue D. So geschieht es, dass Frau Miller, die auf Avenue D nach Westen unterwegs ist, in die Kreuzung mit der 4. Straße einfährt und dort den Verkehr blockiert, und Frau Szymanski, die auf Avenue D nach Osten unterwegs ist, in die Kreuzung mit der 6. Straße einfährt und dort den Verkehr blockiert. Als nächste werden die Kreuzungen der 6. Straße mit Avenue C und E blockiert und die Kreuzungen der 4. Straße mit Avenue C und E und so weiter… Und der Stau erfasst schnell die ganze Stadt.
„Auf unseren Straßen herrscht Krieg!“ seufzte Frau Kumar jeden Abend, wenn sie von der Arbeit heim fuhr. Eines Tages erinnerte sich Frau Kumar an den Spruch: Frieden beginnt bei dir selbst.
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Als die Soldaten kamen

Als die Soldaten kamen, versteckten wir uns in einer Höhle draußen in der Wüste. Wir hatten einen Sack aus Ziegenleder gefüllt mit Wasser, ein paar Laibe Brot und ein paar Feigen. Das war alles. Unsere zwei Ziegen hatten wir zurückgelassen. Ich war traurig, denn Großvater sagte, dass wir sie nicht wiedersehen würden. Die Soldaten würden sie töten und essen. Mutter weinte leise, aber sie ließ das Baby an ihrer Brust saugen, damit es nicht zu schreien anfing und unser Versteck verriet. Ich wusste, dass ich nicht weinen durfte, denn ich war ja schon ein großes Mädchen und Großvater sagte, dass ich alles verstehe wie eine Erwachsene. Ich durfte ganz leise mit Großvater sprechen. Nur gelegentlich hörte er ein Geräusch von draußen und dann musste ich still sein, damit er besser horchen konnte.
„Warum werden die Soldaten unsere Ziegen töten?“ fragte ich Großvater. „Mögen sie keine Milch?“
„Ach, die mögen schon Milch, aber Fleisch mögen sie lieber. Und vor allem wollen sie nicht, dass die Soldaten von König Babak die Ziegen essen.“
„Ist das nicht unser König, der König Babak?“
„So sagt man, ja.“
„Hätten wir da nicht die Ziegen mitnehmen sollen, um sie für die Soldaten von König Babak zu retten?“
„Die Ziegen hätten uns verraten. Und es ist gleich, ob die Soldaten von König Babak oder die Soldaten von König Ubuk sie essen.“
„Aber wenn König Ubuk den Krieg gewinnt, werden uns seine Soldaten dann nicht töten?“
„Nein. Wenn der Krieg vorbei ist, werden wir Tribut an König Ubuk zahlen müssen statt an König Babak. Das ist der ganze Unterschied.“
„Aber ist Babak nicht unser rechtmäßiger König und der Vater des Landes? Ist er nicht der Vater von uns allen?“
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Das ganz ganz kleine Schwein mit dem ganz ganz großen Hunger

Das ganz ganz kleine Schwein - Umschlag

Mein neues Bilderbuch: Das ganz, ganz kleine Schwein mit dem ganz, ganz große Hunger ist bei Beltz & Gelberg erschienen.

Klappentext:
Eine ganz, ganz schöne Geschichte, die man immer wieder erzählen kann, wenn man nur einen ganz, ganz kleinen Hunger hat.
Tim und Mama sitzen beim Essen Spinat. Da muss Tim ganz dringend und sofort eine Geschichte erzählen. Na gut , sagt die Mama, aber dann wird gegessen. Und Tim erzählt von dem ganz, ganz kleinen Schwein, das alles auffrisst: Kartoffeln, Tiefkühlpizzas, Fischstäbchen, Waschmaschinen, Autobusse und Parkhäuser frisst, die Wüste, das Meer – alles auf der Welt. Ein klarer von Fall von Überreibung, der dazu führt, dass Tim unweigerlich nur noch einen ganz, ganz kleinen Hunger hat.Ein wundervolles Bilderbuch von Martin Auer, dessen Bimbo mittlerweile ein Klassiker ist, und Manuela Olten, die sich mit ihren ausdrucksstarken Bilderbüchern wie Echte Kerle wahre Freunde geschaffen hat!

Neues Hörbuch: Lieschen Radieschen und andere komische Geschichten

Lieschen Radieschen Hörbuch

Mein neues Hörbuch Lieschen Radieschen und andere komische Geschichten ist bei Beltz & Gelberg erschienen.
Klappentext:
Wenn der Wiener Zauberkünstler undEntertainer Martin Auer die komischsten seiner unvergleichlich verrückten Kindergeschichten zum Besten gibt, bleibt garantiert kein Auge trocken!
Als Prinzessin im Zorro-Kostüm fängt Lieschen alle Räuber zu Wasser und zu Land, besiegt den Drachen und befreit auch noch einen Prinz aber das ist ja nur der Anfang! Denn Martin Auer erzählt uns auch von Prinzessin Rotznase und von dem Kind, das nicht an Gespenster glauben wollte und von Lili Verlierli, die immer alles verlor. Da darf die unglaubliche Geschichte vom ungeschicktesten Jungen der Welt nicht fehlen: Der war so ungeschickt, dass er sich mit einem Zwetschgenknödel in den Finger stechen konnte und sich beim Fußballspielen ein Ohrläppchen brach!