amazon.de und NPD

Ich erhielt folgende Kettenmail:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

auf diesem Weg ein Artikel des Handelsblatt vom 5.6.09 in Sachen Geschäftspartner von Amazon. Amazon hofiert ganz offen die NPD und vertreibt deren Schriften über den online Shop. Im Gegenzug wirbt, lt. Handelsblatt, die NPD auf der eigenen Homepage für Amazon. Der Buchversand trägt damit zur Finanzierung dieser Partei und zur massenhaften Verbreitung solchen Gedankentums bei.

Da ist es an der Zeit, das eigene Einkaufsverhalten bzgl. dieses Versandhandels zu überdenken!

Darauf habe ich geantwortet:

Liebe Hermi,

das stimmt schon. Aber amazon verkauft halt alles, was nicht verboten ist, und jeder, der eine Homepage hat, kann sich am Partnerprogramm von amazon beteiligen und Bücher von amazon anbieten. Eine besondere Geschäftsverbindung zwischen amazon und der NPD kann man daraus nicht ableiten.

Ich denke, es ist ein Unterschied zwischen dem Buchhändler am Eck und einer Macht wie amazon oder Thalia. Der Buchhändler am Eck (den es ja fast nicht mehr gibt) kann und soll seine Linie durchziehen, bestimmte Bücher fördern und andere überhaupt nicht anbieten. Damit gefährdet er nicht die Meinungsfreiheit. Ich würde nicht gern bei einem Buchhändler einkaufen, der seine Auslage mit Werken von John David Irving vollstellt. Aber Großmächte wie amazon oder Thalia dürfen nicht zensurieren. Die müssen den gesamten Buchmarkt abbilden und alles anbieten, was nicht verboten ist. Es wäre schrecklich, wenn amazon nach ideologischen Gesichtspunkten auswählen würde, was angeboten werden darf und was nicht.

Anstatt amazon durch Boykottandrohung zur Zensur aufzufordern sollte man vielleicht eine Kampagne starten, die Werke eines John David Irving oder eines „Ingo Petersson“ und anderes unappetitliches Zeug mit fundierten und überzeugenden Kundenrezensionen zu versehen. Richtigstellungen, Hinweise auf aufklärende Literatur etc.

Als Leitfaden könnte man dann die Buchempfehlungen der NPD auf http://www.npd-dahmeland.de hernehmen. Anklicken und gleich kommentieren!

Gruß

Martin Auer