Martin Auer – Lesungen und Auftritte: Literaturmontag im Café Stadtbahn: Martin Auer und Christian Schreibmüller

Montag 7. März 2016 20:30

Café Stadtbahn: Gersthofer Straße 47, 1180 Wien

MARTIN AUER
Flüchtlings- und andere Geschichten

„Sind Sie eigentlich aus Ihrer Heimat geflohen, oder sind Sie freiwillig gekommen?“, fragte jemand Herrn Balaban.
„Ich bin freiwillig gekommen“, antwortete Herr Balaban. „Aber nur, weil ich musste“.

Martin Auer wird an diesem Abend kurze Texte aus verschiedenen Werken bringen, zum Beispiel die über Herrn Balaban und seine Tochter Selda, die irgendwann aus der Fremde, also aus der Heimat, in deine Stadt oder in meine gekommen sind und das Leben hier mit etwas anderen Augen betrachten. Oder die Zen-Geschichten über das Kloster der Erleuchteten, von denen nicht einmal der Autor weiß, ob sie ernst gemeint sind. Und wohl auch das eine oder andere aktuelle Gedicht. Und was er sonst noch an diesem Abend für wichtig hält.

CHRISTIAN SCHREIBMÜLLER
liest unter anderem aus seinem Buch „Unschuldsvermutung“:

Nicht nur in Politik, Wirtschaft, Erziehung, ja sogar in der Erziehungsanstalt, hat die „Unschuldsvermutung“ an Bedeutung gewonnen. Auch im Alltagsleben, und da nicht nur in Liebesbeziehungen, „rutscht man schnell in was hinein“. So wird einer, der ein Mittel gegen ein großes Unheil findet, dadurch geradezu die Welt rettet, jedoch damit auch einige riesige Geschäftsabschlüsse vereitelt, umgebracht. So lässt sich ein fremdenfeindlicher Autonarr mit einem jungen Türken ein und junge österreichische Filmer an der amerikanischen Westküste auf hoch riskante Abenteuer in der dort illegalen Prostituiertenszene. In ei
In eine Kindheit, die ja, nach allgemeiner Auffassung, von Unschuld geprägt sein sollte, brechen Gewalt und Missbrauch ein, doch ein paar alte Verehrer können gar nicht mehr anders als unschuldig bleiben. Im Gegensatz zu einem vor ein paar Jahren verstorbenen Weltstar. Ein brisantes und doch heiteres Buch.

Christian Schreibmüller. geb. 1949, lebt und arbeitet als Autor, Fotograf, Filmer, Schauspieler und Journalist. Buch-, Anthologie- und Zeitschriftenveröffentlichungen.

Eintritt: frei

Allgegenwart

Der liebe Gott ist wieder einmal zu Besuch auf der Erde. Da läutet beim Petrus das Handy. Gott ist dran: “Hör einmal Petrus, ich hab mich verlaufen. Kannst du ein paar Engerln ausschicken, dass sie schauen, wo ich bin und mich heimlotsen?”
“Aber Herrgott, das gibts doch nicht! Du bist doch allmächtig, allwissend und so weiter, du musst doch wissen, wo du bist!”
“Natürlich weiß ich, wo ich bin! Ich weiß ganz genau, wo ich bin: Ich bin ÜBERALL! Und genau das nützt mir im Moment überhaupt nichts!”

The Fortress

Should we let them in, should we keep them out?
This is not the question.
We should tell our bosses to stop robbing them,
it’s as simple as that.

Should we open the doors, should we safeguard the fortress?
This is not the question.
When no one is hungry there is no need for borders.

No, we don’t have to feed the poor of the earth:
Just for god’s sake allow them
to grow their own rice, to bake their own bread.

Just tell our bosses to stop selling war planes and guns to their bosses,
stop forcing them to buy stuff they could better produce by themselves
and pay them a fair price for what they have to sell.

Not they are taking away our jobs:
Our bosses give them our jobs
but not our pay.
So who should stand against whom together with whom?
That is the question.

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