„Von den wilden Frauen“ im Dschungel Wien


https://www.dschungelwien.at/vorstellung/202
Ich geb zu, ich war skeptisch: Was werden die wohl mit meinen Texten machen? Aber es hat voll gepasst. Vom Anfang bis zum Ende: Die Musik von Clara Luzia – auch Cathi Priemer als Drummerin und Richard Klein als Sänger haben ihren Anteil daran – spannt einen Bogen über Jodler, Rock, Punk und Klassik. Der Tanz – Michèle Rohrbach, Martina Rösler, Steffi Wieser unter der Regie von Sara Ostertag – ist ausdrucksstark, archaisch und wild. Darein verwoben die Geschichten des Hutzler Matthiesl von den wilden Frauen. Über die Texte müssen natürlich andere urteilen, aber ich fand sie so umgesetzt, wie ich es mir besser kaum wünschen könnte. Das Buch von Linda Wolfsgruber und mir (https://www.bibliothekderprovinz.at/buecher.php/?id=880) war nie ein Kinderbuch, und die tanztheatralische Umsetzung ist wohl für Menschen ab 9 Jahre gedacht, gehört aber unbedingt auch ins Abendprogramm!
Ich wünsche dem Team noch viele Vorstellungen!

„Die Entschuldigung“ in Feldkirch

Mein Stück DIE ENTSCHULDIGUNG im Thater am Saumarkt in Feldkirch als szenische Lesung.
Zu sehen wieder im TIK Dornbirn:
14., 15. und 16. Juni 2018
jeweils um 20.30 Uhr

Eine Produktion des Theaters der Figur
https://www.theater-der-figur.at/die-

Ariel Mautners Großeltern sind im NS-Vernichtungslager Treblinka ermordet worden. Nachdem Mautner ihnen einen „Stein der Erinnerung“ hat setzen lassen und darüber ein kleiner Bericht im Radio gesendet worden ist, erhält er den Anruf von Kurt Berger, der sich bei ihm entschuldigen will. Es ist der spätgeborene Sohn eines der SS-Aufseher von Treblinka. Widerstrebend willigt Mautner in ein Treffen ein. Er versucht, Berger zu bewegen, die bisher unbekannten Fakten über den Verbleib seines Vaters nach Ende des Kriegs der Öffentlichkeit und der Wissenschaft zugänglich zu machen, doch Berger will nur eine persönliche Absolution.

Eine szenische Lesung für Erwachsene und junge Menschen ab 14 Jahren mit:

Ariel Mautner: Martin Auer
Kurt Berger: Robert Kahr
Miriam Berger: Birgit Unger
Mafalda Berger: AnnaMaria Tschopp

Bühne: Johannes Rausch
Kostüme: Evelyne Fricker
Regie: Sabine Wöllgens

Das Wichtigste, was ein Führer braucht, sind Feinde.

Das nächste, was er – oder sie – braucht, sind Menschen, die echte Sorgen, Probleme oder Ängste haben, denen er Abhilfe verspricht, wenn sie die Feinde bekämpfen. Wenn es ihm gelingt, die zu mobilisieren, dann bekommt er auch die Unterstützung von Leuten mit dem nötigen Reichtum, um ihn zu finanzieren, von Intellektuellen, die sich ihm als Ideologen andienen und von allen möglichen anderen SpezialistInnen, die sich unter seiner Führung bessere Karrierechancen ausrechnen. Und oft finden sich auch noch ein paar IdealistInnen, die aus verschiedenen Gründen das Bedürfnis haben, wo dazuzugehören, einer Sache zu dienen und sich eventuell auch dafür zu opfern.

In der U-Bahn

Halb acht Uhr früh, ich bringe meine Tochter zur Schule. In der U-Bahn sagt eine kleine, etwas rundliche Frau mit Brille etwas zu mir. Ich schiebe meine Haube von einem Ohr hoch, weil ich sie in der lauten U-Bahn nicht verstehe: „Wie bitte?“
„Guten Tag!“.
„Guten Tag!“ antworte ich. Kennt sie mich? Kenne ich sie? Sollte ich sie kennen?
Nein, sicher nicht.
Sie hält auch meiner Tochter die Hand hin und grüßt sie höflich. Dann beginnt sie zu erzählen: Sie ist 38 Jahre alt. Sie hat zwei Kinder, die in die Schule gehen. Eins in die Volksschule und eins in die Hauptschule.
An ihrer etwas schweren Zunge und dem leicht kindlichen Tonfall erkenne ich, dass ich es mit einer Person mit Lernbehinderung zu tun habe. Und natürlich an dem Umstand, dass sie wildfremde Menschen in der U-Bahn freundlich grüßt und ein Gespräch beginnt. Denn welcher normale Mensch macht schon sowas, nicht?

Nulltoleranz

Es gibt vieles, was unsere Gesellschaft nicht tolerieren sollte. Aber immer, wenn ich den Ausdruck „Nulltoleranz“ höre oder lese, rinnt es mir kalt über den Rücken. Nulltoleranz bedeutet, es sich leicht machen. Kein Abwägen der Umstände, kein Beurteilen der Person, ihrer möglichen Motive, kein Einschätzen der Schwere der Übertretung – Nulltoleranz ist einfach ein anderes Wort für „kurzen Prozess machen“.

Wieder im Druck: „Ich aber erforsche das Leben – Die Lebensgeschichte des Jean-Henri Fabre“

Dieses 1995 im Beltz Verlag erschienene Buch ist nun als amazon Taschenbuch erhältlich.


Jean-Henri Fabre, 1823–1915, war ein scharfsichtiger Beobachter der lebendigen Natur. Tierisches Verhalten erforschte er lange vor Nikolaas Tinbergen und Konrad Lorenz. Aufgespießte Kä­ferleichen zu klassifizeren, war nicht, was er unter Wissenschaft verstand. Die erstaunlichen Instinktleistungen der Insekten entschlüsselte er durch geduldiges und genaues Beobachten in freier Natur. Mit scharfsinnig ausgedachten Experimenten stellte er ihre Fähigkeiten auf die Probe, deckte ihre Möglichkeiten und auch ihre Grenzen auf. Immer wieder musste er erstaunt feststellen, dass den so verblüffend intelligent wirkenden Verhaltensweisen der kleinen Lebewesen angeborene Abläufe zugrunde liegen, die in ihrer angestammten Umwelt perfekt funktionieren, aber versagen, wenn der Experimentator die Gegebenheiten listig verändert. Sein Staunen vor der Vielfalt und Größe der Natur verstand er in seinen Schriften meisterhaft mitzuteilen. Akademisches Kauderwelsch, das mit Gelehrsamkeit beeindrucken will, verachtete er zutiefst. Seine Forschungsberichte schildern packend die Aufgaben, vor die das Leben die verschiedenen Lebewesen stellt, und wie sie diese, jedes auf seine Art, bewältigen: „ihre Sitten und Handwerke, ihre Kriege und Liebschaften, ihr Privat- und Gesellschaftsleben“. Seine Bücher erregten die Bewunderung von Wissenschaftlern wie Charles Darwin ebenso wie von Dichtern wie Frédéric Mistral und Romain Rolland. Den größten Teil seines Hauptwerks, der Souvenirs entomologiques, verfasste er zwischen seinem sechzigsten und neunzigsten Lebensjahr

Pizza

Papa hat Pizza gemacht.
Nurias tomatenverschmierte Freundin: „Warum müssen Erwachsene Pizza mit Messer und Gabel essen?“
Tomatenverschmierte Nuria: „Ja wirklich!“
Papa, die Gabel zum Mund führend: „Erwachsene sind halt komisch!“
Nuria: „O Gott, dann werden wir auch einmal komisch!“
Papa kaut grinsend.