Mei schens Land, oder: Ich kann nicht nur jiddeln, ich kann auch jodeln

Und wann i obaschau auf mei schens Land,
wo i geborn bin, wo mei Heaz schlogt,
jo, wann i obaschau auf mei schens Land,
von dem s‘ mein Vatern habm vajogt,

da siahg i Berg und Tal, Küah und die Kalbm,
da hör i d‘ Sennerin jodeln auf der Alm.
Sauber san die Dearndln und fesch is jeder Bua,
aber da gibt‘s halt welche, die ghearn net dazua:

Die kehrn die Stubn und die Kuchln aus,
aber die san da net z‘Haus!
Die baun a Straßen, die baun a Haus,
aber die san da net z’Haus!
Die tragn den Alten die Windeln raus
aber die san da net z’Haus!
Die gebn im Supermoarkt an da Kassa raus,
aber die san da net z’Haus!
Die tragn vom Billa die Werbung aus,
aber die san da net z’Haus!
Die schenken im Festzelt des Kriagl aus,
aber die san da net z’Haus!
Die kriagn fias Trommln und Tanzn Applaus,
aber die san da net z’Haus!
Die schneiden dir schon mal den Blinddoarm raus,
aber die san da net z’Haus!
Die san vajogt wurn von ihrn zu Haus,
und die san erst recht da net z‘Haus!

Drihulieh dulioh,
drihulieh dulioh,
drihulieh dulioh,
drihulioh.

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Kastanienmannderln

Waaßt es no, wia r i mit dir
Kastaniemannderl gmacht hab,
aus Zahnstocher und die
frischn glänzatn Kugeln.

Naserl und Augerln hab i eahna gschnitzt
und an lachatn Mund.
Und du hast eahna die Zahnstocherhaxen
und -händ gmacht.

Mannderln und Weiberln hamma gmacht
und a Kastanienkind
und an grinsatn Kastanienhund
mit vier Zahnstocherhaxen.

In dein Kinderzimmerkastl ham s gwohnt
und ham glebt
ihr haamliches Lebn.

Und jetzt gibt’s scho wieder
frische Kastanien
und du bist a ganzes Jahr älter.

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Ach, wie zaghaft habe ich damals
die Brüste der kleinen Statue angefasst,
die im Rasen vor unserm Gemeindebau stand.
Wie enttäuscht war ich,
als nichts als Beton zu spüren war.

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Balkon

Heut weht ein Wind,
ein Wind weht über Wien,
der kommt direkt vom Meer,
der kommt von Süden rauf
und bringt den Duft von Salz
und Tintenfisch und Teer.
Die Yachten legen an
bei Sonnenuntergang
am Wasserturm.
Die Fischer trinken ihren Wein
am Wienerberg. Und von der Spinnerin
schaut man hinaus
auf dunkles Wasser bis zum Horizont.

Heut sitzen wir
die ganze Nacht auf dem Balkon
in diesem Wind und schlafen nicht.
Auf allen Türmen blinken rote Lichter
vom Donauturm bis hin zum Laaerberg.
Und wenn der Mond im Süden steht
dann zieht er seine Silberstraße
über das Wasser, wo einmal
die Südautobahn war…

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Der Frühling kommt
und lässt uns wieder hoffen
entgegen jeglicher Vernunft.
Die Zukunft,
sie erscheint uns wieder offen
und alle Schläge, die im Winter uns getroffen,
verblassen
vor des Lebens Wiederkunft.

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